Rauchentwöhnung: Diese Methode empfehlen Experten
Gefäßerkrankungen sind die am weitesten verbreitete Folge des Rauchens, jedoch stellt auch das Krebsrisiko eine ernsthafte Bedrohung dar. Zum Glück gibt es eine Option, die beim Entzug von Nikotin helfen kann: E-Zigaretten. Das DKFZ hat ermittelt, dass Raucher, die stark konsumieren, durchschnittlich zehn Jahre ihres Lebens einbüßen. Nikotinsucht ist für etwa 20 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich. Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle und chronische Bronchitis werden ebenfalls oft durch das Rauchen ausgelöst.
Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2023 spricht die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) eine klare Empfehlung für den Ausstieg aus dem Rauchen aus. Dabei empfiehlt die DGG insbesondere die Nutzung von E-Zigaretten als potenziell erfolgreiche Methode der Rauchentwöhnung im Vergleich zu konventionellen Medikamenten oder Verhaltenstherapien. Diese Alternative kann somit als vielversprechender Ansatz gelten, um sich von der Nikotinsucht zu befreien und damit ein gesünderes Leben zu führen.
Die Beliebtheit des Rauchens bei der jüngeren Bevölkerung in Deutschland hat nach dem zweiten Lockdown erneut zugenommen. Dies ergab eine aktuelle Befragung, die im Rahmen der "Deutschen Befragung zum Rauchverhalten" (DEBRA) durchgeführt wurde. Inzwischen raucht fast jeder Dritte, was einem Anstieg von etwa 35 Prozent entspricht. Besonders besorgniserregend ist, dass vor allem junge Menschen zu den Rauchern zählen.
Diese Entwicklung ist für Professor Martin Storck, Direktor der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie am Städtischen Klinikum Karlsruhe, nicht überraschend. Er betont, dass es in Deutschland seit Jahren an effektiven Maßnahmen zur Tabakkontrolle fehlt. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland lediglich den 34. Platz von 37 Ländern. Angesichts dieser Zahlen kann man keineswegs von einem Rückgang des Zigarettenkonsums sprechen.
Es ist ein bekanntes Problem: Viele Menschen rauchen und schaden damit ihrer Gesundheit. Großbritannien hat sich diesem Problem angenommen und geht neue Wege. Im Jahr 2021 rauchten nur noch 13 Prozent der Bevölkerung. Die britische Regierung hat eine innovative Maßnahme ergriffen und verschenkt kostenlose E-Zigaretten an eine Million Raucher, um diese zu ermutigen, auf Tabakrauch zu verzichten. Diese weltweit einmalige Aktion zeigt die positive Bewertung der E-Zigarette in anderen Ländern, so der DGG-Experte Storck. Nikotin allein ist nicht das Problem, sondern der Rauch, der bei der Verbrennung von Tabak entsteht. Dieser ist giftig und fördert Krebs und Arteriosklerose, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum bestätigt. Folglich lohnt es sich, lieber zu dampfen statt zu qualmen.
Storck betont, dass kein Rauch bei der Verwendung von Vaping oder Tabakerhitzern entsteht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in mehreren Laboruntersuchungen festgestellt, dass bis zu 95 Prozent weniger schädliche Substanzen in E-Zigaretten im Vergleich zum Tabakrauch nachweisbar sind.
Die E-Zigarette dient nicht nur dem Vereinigten Königreich als wirksames Instrument zur sanften Rauchentwöhnung, sondern auch die DGG betont ihre positiven Effekte. Studien belegen mittlerweile wissenschaftlich, dass E-Zigaretten erfolgreicher bei der Rauchentwöhnung sind als andere Maßnahmen, wie Storck betont. Ein aktueller Cochrane Review kommt zu dem Schluss, dass E-Zigaretten besser als Medikamente oder alleinige Verhaltenstherapie zum Rauchstopp geeignet sind. Eine kürzlich im "American Journal of Medicine" erschienene Meta-Analyse von fünf randomisiert-kontrollierten Studien bestätigt diese Erkenntnis und zeigt, dass E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung effektiver sind als eine Nikotinersatz- oder Verhaltenstherapie.
In Deutschland sind es jährlich zwischen 110.000 und 140.000 Menschen, die aufgrund von Tabakkonsum ihr Leben lassen müssen. Ein erschreckend großer Teil von rund 40 Prozent geht dabei auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch Krebs ist eine häufige Folge des Rauchens, denn jedes Jahr erkranken 85.000 Menschen daran. Darüber hinaus steigt das Risiko, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken, bei Rauchern und ehemaligen Rauchern stark an. Kurzum: Rauchen raubt Lebenszeit und schädigt die Gesundheit auf vielfältige Weise.
Die These, dass E-Zigaretten Jugendliche zum Tabakrauchen verleiten, ist mittlerweile weitgehend widerlegt. Der DGG-Experte Storck betont, dass aktuelle DEBRA-Daten sowie zahlreiche internationale Studien die sogenannte Gateway-Theorie widerlegen. Storck kann angesichts der vorliegenden Evidenz die anhaltend kontroverse Debatte über E-Zigaretten in Deutschland nicht nachvollziehen.