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Warum Cannabis bei Senioren beliebter wird

Warum Cannabis bei Senioren beliebter wird

Stand: 11.06.2025 14:34 Uhr

Ein wachsender Anteil älterer Menschen nutzt regelmäßig Cannabis - oft, um Beschwerden zu lindern. Trotz des Mangels an umfassenden medizinischen Daten wagen Senioren den Selbstversuch, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

Ullrich Ehnert, Tischlermeister im Ruhestand, leidet an chronischen Schmerzen in Hüfte und Rücken. Auf den Rat seines Sohnes hin wagte er den Versuch mit Cannabis. "Die Muskeln entspannen sich, und die Schmerzen lassen nach, bis sie ganz verschwinden. Du kannst dich wieder voll bewegen und im Garten arbeiten," berichtet Ehnert über die positive Wirkung.

Warum Senioren Cannabis zur Selbstmedikation wählen

Ein Rezept für medizinisches Cannabis wäre schwer zu bekommen, da alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sein müssen. Lilit Flöther, Anästhesiologin am Universitätsklinikum Halle, erklärt, dass der Einsatz von Cannabis von den Krankenkassen streng geprüft wird. Umfangreiche klinische Studien zu den Wirkungen und Risiken fehlen noch in vielen Bereichen.

Cannabis als Medikament: Begrenzte Datenlage

Eine Begleiterhebung des BfArM aus dem Jahr 2022 zeigte reges Interesse älterer Patienten an Cannabis. Das Durchschnittsalter lag bei 57 Jahren, 76,4 Prozent der Nutzungen befassten sich mit chronischen Schmerzen. Doch nicht alle Patienten profitieren davon; 38,5 Prozent brachen die Therapie wegen mangelnder Wirkung ab.

Vorteile und Risiken von Cannabis bei Senioren

Cannabis birgt gegenüber Opioiden wie Morphium ein geringeres Abhängigkeitsrisiko und kann nicht tödlich überdosiert werden. Der THC-Gehalt kann jedoch psychoaktive Effekte haben. Eine US-Studie warnt vor Risiken bei Senioren - der Anteil der Cannabisnutzer über 65 wächst.

Legalisierung und Nutzung von Medizinal-Cannabis

Seit der Teillegalisierung durch die Ampelkoalition 2024 dürfen Ärzte Privatrezepte für Medizinal-Cannabis ausstellen. Der Import erreicht Rekordmengen, jedoch gibt es Hinweise auf Missbrauch durch Freizeitnutzer. Laut Jakob Manthey nutzen etwa 20 Prozent der Konsumenten Cannabis auch aus medizinischen Gründen.

Schmerzfreiheit dank Cannabis

Ullrich Ehnert nutzt Cannabis aus dem eigenen Anbau seines Cannabis-Sozial-Clubs für medizinische Zwecke. "Das ist ein ganz anderes Lebensgefühl ohne Schmerzen – es tut nichts mehr weh, und man kann sich frei bewegen," schwärmt Ehnert über seine Erleichterung.

Die Entscheidung vieler Senioren für Cannabis zeigt deren Suche nach besserer Lebensqualität und Schmerzfreiheit trotz der Unsicherheiten in der Wirkungsweise.


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